Sinnlichkeit: KRAFTSALZ und das innere Lächeln
Wenn ich mit KRAFTSALZ salze, schaue ich hin.
Das Blattgold schwebt über den Speisen. Es tanzt in der Luft, und ich beobachte es. Ich nehme mir Zeit für etwas, das sonst meist nebenbei geschieht: das Würzen. Ein kurzer Moment des Innehaltens. Jedes Mal.
Dabei ist es ziemlich gleichgültig, was vor mir steht. Ein Frühstücksei, ein Topf Nudelwasser oder eine edle Speise. Dieser Moment gehört für mich dazu. Er braucht kein festliches Essen. KRAFTSALZ ist mein eigenes Produkt. Es ist ein edles Salz, und es hat seinen Preis. Natürlich trägt auch das dazu bei, dass ich bewusst damit umgehe. Ich salze bedacht, sehe dem Blattgold zu und nehme wahr, was ich gerade tue.
Das ist für mich sinnlich.
Was ich mit Sinnlichkeit meine
Sinnlichkeit umfasst für mich das Wahrnehmen, Empfinden und Geniessen mit unseren Sinnen. Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten. Dafür offen sein, was uns begegnet, und sich darauf einlassen können. Erotik gehört dazu. Aber sie ist eben nur ein Teil davon. Wenn ich sage, dass mir Sinnlichkeit wichtig ist, meine ich ebenso das Essen, einen Ort, die Arbeit eines Menschen oder die Art, wie wir einander begegnen.
Ich bin überzeugt, dass darin weit mehr liegt als ein angenehmer Augenblick. Zur Sinnlichkeit gehören für mich Güte, Liebe, Verständnis und die Bereitschaft, überhaupt etwas vom anderen wahrzunehmen. Ahnung davon zu haben, dass ausser dem eigenen Willen noch etwas existiert.
Wenn ich mir die Welt ansehe, im Osten wie im Westen, frage ich mich, wie viel davon bei ihren Führern noch vorhanden ist.
Hätte Putin eine Ahnung von Sinnlichkeit, hätte er die Ukraine nicht überfallen. Dieser Krieg ist für mich verbrecherisch. Wer das Leben anderer Menschen wahrnehmen und achten kann, dürfte ihnen so etwas nicht antun. Und hätte Donald Trump eine Ahnung von Sinnlichkeit, würde er zum Wohle der Menschen regieren. Was ich stattdessen sehe, ist ein egoistisches, rücksichtsloses Handeln, bei dem sich vor den Augen der ganzen Welt viel zu viel um ihn selbst dreht.
Das ist meine Überzeugung: Sinnlichkeit kann Kriege verhindern und ein gutes Miteinander ermöglichen. Weil sie für mich all das beinhaltet, was dabei fehlt. Güte. Liebe. Verständnis. Die Fähigkeit, sich auf Menschen und ihre Welt einzulassen, statt nur sich selbst zu sehen.
Deshalb ist Sinnlichkeit für mich keine Nebensache.
Vom Würzen zum ganzen Ort
Aus KRAFTSALZ ist für mich die Idee von HIGH END taste & place gewachsen. Die Verbindung ist persönlich und für mich ganz logisch: Was beim Würzen in einem kleinen Moment geschieht, kann ich in einem Restaurant als Ganzes erleben.
Dort nehme ich die Arbeit der Gastgeber wahr. Die Speisen gehören dazu, selbstverständlich. Aber ebenso der Ort, die Lautstärke, der Geruch und die Gastfreundschaft. Die Idee der Menschen, die all das zusammenbringen und ihren Gästen etwas anbieten möchten, das sie mit allen Sinnen erleben können. Es gab dafür nie den besonderen Moment, der allein für eine Auszeichnung ausgereicht hätte. Es ist vielmehr die Summe dessen, was vor Ort präsent ist. Um sie wahrzunehmen, braucht es Fachkenntnis, aber auch Sensibilität und die eigene sinnliche Offenheit. Vom Fach zu sein allein genügt mir dafür nicht.
HIGH END taste & place steht für meinen Anspruch, solche seltenen Orte zu erkennen und auszuzeichnen.
Dafür braucht es keine teure Inneneinrichtung. Keinen Weinkeller mit Tausenden von Flaschen. Auch keine andere Auszeichnung an der Tür. Unter den ausgezeichneten Orten gibt es solche, die nichts davon besitzen. Man kann in einem einfachen Restaurant vollkommen richtig sein. Die Liebe zum Beruf, die Freude daran, Gastgeber zu sein, lassen sich nicht an der Rechnung ablesen.
Mit HIGH END taste & place möchte ich deshalb auch keine Rangordnung gegenüber Michelin oder anderen bekannten Auszeichnungen aufstellen. Ich suche dieses vollständige sinnliche Erlebnis. Es ist selten. Besonders. Und für mich verdient es eine Auszeichnung.

Das innere Lächeln
Woran ich es erkenne?
Wenn sich ein Lächeln in mir im Inneren breitmacht.
Wenn ich mich als Gast fallen lassen kann. Wenn ich das Gefühl habe, am richtigen Ort angekommen zu sein, um zu verweilen. Dann muss ich das Erlebte nicht fortwährend in seine Einzelteile zerlegen. Ich nehme es als Ganzes wahr.
Beim Hinausgehen weiss ich, dass ich wiederkommen möchte. Da ist dieser starke Drang, bereits für das nächste Mal zu reservieren.
Und ich tue es auch.